Interview in Neues Deutschland vom 08.12.2005 mit Marco Heinig, Bundessprecher von [’solid] über eine Kampagne und ihr Gegenstück
ND: Egal ob im Kino, im Fernsehen oder auf den Straßen der Bundesrepublik – überall wird in diesen Tagen für die Kampagne »Du bist Deutschland« geworben. Der Jugendverband [’solid] macht eine Gegenkampagne. Wollen Sie nicht »Deutschland« sein?
Heinig: Nationalstaaten sollten als das gesehen werden, was sie sind: Produkte der Geschichte, mit denen man sich derzeit noch abfinden muss. Sich mit dem Land bzw. Staat, in dem man geboren ist, zu identifizieren, bedeutet aber eine »Schicksalsgemeinschaft« anzunehmen, die ein »Wir-und-die-anderen-Verhältnis« schafft. Das halte ich schlicht für falsch. Schließlich verbindet mich mehr mit den Lohnabhängigen anderer Länder als mit den gesellschaftlichen Eliten des »eigenen« Landes.
weiter:
http://www.solid-web.de/...
ND: Egal ob im Kino, im Fernsehen oder auf den Straßen der Bundesrepublik – überall wird in diesen Tagen für die Kampagne »Du bist Deutschland« geworben. Der Jugendverband [’solid] macht eine Gegenkampagne. Wollen Sie nicht »Deutschland« sein?Heinig: Nationalstaaten sollten als das gesehen werden, was sie sind: Produkte der Geschichte, mit denen man sich derzeit noch abfinden muss. Sich mit dem Land bzw. Staat, in dem man geboren ist, zu identifizieren, bedeutet aber eine »Schicksalsgemeinschaft« anzunehmen, die ein »Wir-und-die-anderen-Verhältnis« schafft. Das halte ich schlicht für falsch. Schließlich verbindet mich mehr mit den Lohnabhängigen anderer Länder als mit den gesellschaftlichen Eliten des »eigenen« Landes.
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